Ordensoberin in Türkenfeld: Bürgermeister bekommt ugandische Flagge

Zoe Mother Speranza

Mother Speranza, die Oberin des IHMR-Ordens, überreicht Bürgermeister Emanuel Staffler eine ugandische Flagge.

Nur knapp 15 Stunden verbrachte Mother Speranza, die Oberin des ugandischen Schwesternordens, in Türkenfeld. Im Rahmen eines eineinhalbstündigen Austauschs mit dem Zoe-Unterstützerkreis dankte sie allen Aktiven der Zoe-Schule und überreichte Bürgermeister Emanuel Staffler eine kleine ugandische Flagge. Als Gemeindeoberhaupt hatte er zuvor die wichtige Arbeit der Ordensschwestern in St. Zoe mit einer Spende der politischen Gemeinde gewürdigt.

Alle Anwesenden zeigten sich sehr beeindruckt von den Schilderungen der Oberin aus ihrem Heimatland. Dort leitet Mother Speranza seit Oktober 2019 den Orden Immaculate Heart of Mary Reparatrix (IHMR). Ihm gehören über 320 Ordensschwestern an. 20 Schwestern arbeiten derzeit in mehreren Niederlassungen in Deutschland in der Alten- und Krankenhauspflege, in Uganda liegt ein weiterer Schwerpunkt in der Ausbildung von Kindern und Jugendlichen. An fast zwei Dutzend Schulstandorten in Uganda sind IHMR-Schwestern im Einsatz, darunter fünf an der Zoe-Schule in Kagoma bei Mubende.

Gleich mehrmals bedankte sich Mother Speranza für die „wertvolle, großzügige und zuverlässige Hilfe aus Türkenfeld“ für die Zoe-Schule. Diese könne gar nicht hoch genug eingeschätzt werden. Ohne sie wäre nicht sicher gewesen, ob das von Father John 2001 gegründete Schulprojekt die harten Lockdowns der beiden Corona-Jahre hätte überstehen können. Mother Speranza betonte, dass „St. Zoe sich glücklich schätzen kann, dass es solche Freunde hat“.

Zur Corona-Situation berichtete Mother Speranza, dass das Virus dieses Jahr den Orden vor allem zwischen Mai und Juli schwer getroffen hatte. Rund 50 der über 320 Ordensschwestern seien teils schwer erkrankt gewesen, fünf seien gestorben. Schwestern, die im Krankenhaus ihre Ordenskolleginnen pflegten, trugen ein hohes Risiko, sich selbst zu infizieren, da sie keine Schutzausrüstung hatten. Mit all der Angst und psychischen Belastung in dieser Zeit sei ein normales Ordensleben unmöglich gewesen.

Für die Zoe-Schule, die derzeit immer noch geschlossen ist, hofft die Oberin auf eine Wiedereröffnung im Januar. Unsicher sei jedoch, wieviele der ehemaligen Schülerinnen und Schüler dann wieder zum Unterricht erscheinen würden. Viele, gerade auch die Älteren, hätten in der fast zweijährigen Zwangspause um zu überleben kleine Jobs angefangen. Die aufzugeben und stattdessen wieder die Schulbank zu drücken, werden wohl nicht alle tun. Unsicher sei auch, ob wieder genügend Lehrer zur Verfügung stünden. Nicht wenige hätten sich in den zwei Jahren anderen Tätigkeiten zugewandt.

Hoffnung mache jedoch, dass die Ordensschwestern in St. Zoe sowohl zu Lehrern als auch Schülern immer Kontakt gehalten hätten. Dank der Spenden aus Türkenfeld hätten sie viele unterstützen können. Mit Hilfe aus Türkenfeld konnten in diesem Jahr auch Schulgebäude renoviert sowie Toilettenanlagen und kleinere Nebenräume neu errichtet werden. Sehr erfreulich sei auch, dass dank des neu fertiggestellten Konvents im nächsten Jahr eine weitere Ordensschwester zu den bisherigen fünf an die Zoe-Schule kommen könne. Auch das sei durch die großzügigen Spenden aus Türkenfeld möglich geworden.

Bei diesem Stichwort nutzte Rainer Hegnauer vom Zoe-Unterstützerkreis die Gelegenheit, Mother Speranza den Erlös der diesjährigen Weihnachtsaktion zu übergeben. In nur vier Stunden auf dem Wochenmarkt hatten Türkenfelderinnen und Türkenfelder 1.400 Euro gespendet und dafür Fröbel- und Holzsterne, selbstgebackene Plätzchen und Kletzenbrot bekommen. Das Resümee, das Emanuel Staffler zog, galt für alle Anwesenden: „Die Informationen seien für ihn eine Horizonterweiterung gewesen. Im Vergleich mit der Situation bei uns rücke das die Maßstäbe wieder etwas zurecht“.

Hintergrundinfo: So hat Türkenfeld geholfen

Im Pandemiejahr 2020 hat der Türkenfelder Unterstützerkreis die Zoe-Schule mit insgesamt 10.000 Euro unterstützt. Im Mittelpunkt stand dabei die Lebensmittel-Notfallhilfe für die Schülerinnen und Schüler sowie ihre Familien.

Im Pandemiejahr 2021 konnten mit insgesamt 18.500 Euro aus Türkenfeld insbesondere Renovierungsarbeiten, Neubauten wie Pit-Latrinen und der Zoe-Konvent für die Ordensschwestern mitfinanziert werden.

Ansprechpartner: Gerhard Meißner, Tel. 08193 7768, Mail: gerhard@5meissners.de
Infos zur Zoe-Schule: www.st-zoe.org

 

 

 

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