24. und 25. Juni 2022: TG-Vorstand und Gemeinderäte tagen in Thierhaupten

TG Thierhaupten

Bild: Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer beim Seminar in Thierhaupten.

Austausch und Kennenlernen, einen Überblick über die Aufgaben und das bisher Erreichte der Teilnehmergemeinschaft (TG) bekommen, die nächsten Schwerpunkte der Dorfentwicklung herausarbeiten – das alles hatten sich der neugewählte Vorstand der TG und der Gemeinderat für ihr eineinhalbtägiges Seminar vorgenommen. Am letzten Juni-Wochenende fand es in der Schule für Dorf- und Landentwicklung in Thierhaupten statt. Geleitet wurde es von Luciana Pavoni und Otto Kurz, die beide Türkenfeld aus ihren langjährigen Tätigkeiten als TG-Vorsitzende und Dorfplaner bestens kennen.

Wie wichtig es ist, die „Neuen“ im TG-Vorstand und im Gemeinderat ins Boot zu holen, zeigte sich am ersten Tag. Erst als allen klar war, was die Aufgaben der Teilnehmergemeinschaft sind und wie das selbständig agierende Gremium mit dem Gemeinderat zusammen Dorfentwicklungsmaßnahmen umsetzt, konnten sich die 14 Anwesenden mit der Zukunft beschäftigen. Die Impulsfrage „Welche Themen/Projekte stehen für die Weiterentwicklung in Türkenfeld an?“ führte innerhalb einer Dreiviertelstunde zu einer ansehnlichen Stichwortsammlung. Als alles am zweiten Seminartag unter mehreren Oberbegriffen sortiert war, ergaben sich schnell die ersten Teilziele und Projekte, die sowohl für die TG als auch den Gemeinderat wichtig sind und weiterverfolgt werden sollten.

Unter der Überschrift „Natur und Kulturlandschaft“ wurde die Höllbachrenaturierung inner- und außerorts als besonders wichtig erachtet. Während die Gemeinde sich innerorts bereits auf das Teilstück zwischen Moorenweiser- und Saliterstraße konzentriert – eine Bundesförderung ist zugesagt –, wäre für die TG der außerorts anschließende Teil des Höllbachs eine realistische nächste Maßnahme. Einig waren sich die Seminarteilnehmerinnen und -teilnehmer, dass bei weiteren Projekten in der Natur, zum Beispiel der Kennzeichnung von Wegen oder bei Infos und Plänen, der sensible Umgang mit unserer Kulturlandschaft im Vordergrund stehen muss. Plakativ formulierte es Bürgermeister Emanuel Staffler mit dem Satz: „Wir müssen uns genau überlegen, was von unserer Landschaft und ihren schönen Details stellen wir ins Schaufenster und was nicht“.

Zu den weiteren Themen mit möglichen Teilzielen gehörten:

  • „Fortbewegung und Verbindungen“
    Stichworte dazu: Fuß- und Radwegeverbindungen abseits der Hauptstraßen, barrierefreies Türkenfeld, Parken im öffentlichen Raum, dorfverträgliche Verkehrsbelastung der Hauptstraßen.
  • „Ortsbild und Baukultur“
    Stichworte: Erhalt und Nutzung alter Bausubstanzen (konkret genannt wurden Alter Bahnhof und Salettl), die graue Energie von Gebäuden sowie mögliche Beiträge zur Energiewende.
  • „Miteinander-Füreinander“
    Größere Teilbereiche dazu mit z. T. wieder mehreren Stichworten waren Treffpunkte, Wohnformen, Kultur im Dorf, Soziales Netzwerk, Pflegeheim, Menschen in Notsituationen

Wie geht’s konkret weiter?

Die drei Projekte Bahnhofstraße Bauabschnitt 2 (TG), Höllbachrenaturierung innerorts (Gemeinde), Fuß- und Radweg zwischen Türkenfeld und Zankenhausen (TG und Gemeinde) sind umsetzungsreif und sollen teils in 2023 und 2024 weiterverfolgt und möglichst abgeschlossen werden.

Mit der Unterstützung bestehender oder neu zu gründender Arbeitskreise (siehe Übersicht) sollen einige der im Seminar formulierten Themen vorangetrieben werden. Ob daraus entstehende Projekte dann als Maßnahmen der Gemeinde oder durch die TG umgesetzt werden können, muss im Einzelfall entschieden werden. Für die Höllbachrenaturierung außerorts gilt: Hier wird der Vorstand der TG auf einer seiner nächsten Sitzungen entscheiden, ob sie als Maßnahme der Dorfentwicklung in Angriff genommen wird.

Bestehende und geplante Arbeitskreise

Hier gibt es für alle Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit, sich zu informieren und mitzuarbeiten:

  • Bereits seit rund zwei Jahren arbeiten diese drei Arbeitskreise (AK), die von Gemeinderätinnen und Gemeinderäten geleitet werden: AK Energiewende (Jürgen Brix), AK Umwelt und Natur (Irmgard Meißner), AK Mobilität und Verkehr (Veronika Winkler).
  • Braucht es eine bessere Vernetzung der Beteiligten, die sich um soziale Belange in der Gemeinde kümmern? Ein runder Tisch, zu dem Bürgermeister Emanuel Staffler für den 21. September eingeladen hat, soll dies klären. Ein AK Soziales Netzwerk könnte sich anschließen.
  • Unter dem Stichwort „Kultur im Dorf“ wird Gemeinderat und Kulturreferent Gerhard Müller zu weiteren Initiativen einladen.
  • „Baukultur“ ist das Stichwort, mit dem sich der Bürgerverein in einem Projekt oder als AK vertiefend befassen wird. Ansprechpartner sind hier der 1. Vorstand Gerhard Meißner und Hans Well aus Zankenhausen.
  • Zum Thema „Wohnformen“ wird voraussichtlich die TG aktiv. Denkbar sind Fachvorträge und Exkursionen, die als Maßnahmen der Dorfentwicklung auch förderfähig sind.

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